Unsere Arbeit

Notfall-Berater
Unsere Notfall-Berater*innen sind stets erster Ansprechpartner. Sie begleiten die Fälle, beraten die Besitzer und Helfer, entscheiden über geeignete Maßnahmen und erklären deren Umsetzung.
Dabei können unsere Berater*innen auf die Erfahrung aus weit mehr als 1000 erfolgreichen Fällen seit Vereinsgründung zurückgreifen. Sobald ein Notruf auf der Hotline eingeht, wird sich schnellstmöglich ein/e Berater*in melden. Wir bitten um Verständnis, dass es mitunter etwas dauern kann. Als ehrenamtliche Helfer*innen haben wir natürlich auch unsere alltäglichen Verpflichtungen, tun aber unser Möglichstes, denn selbstverständlich ist uns bewusst, dass mitunter Eile geboten ist.
Um zu entscheiden, was die richtigen Maßnahmen sind, benötigen die Berater*innen möglichst genaue Informationen zu dem verschwundenen / entlaufenen Tier und den Umständen. Auch wenn es schwer fällt, ist es wichtig, sich an diesem Punkt die nötige Zeit zu nehmen und alle Fragen ausführlich zu beantworten. Jedes Detail kann wichtig sein!
Die ersten Stunden nach dem Entlaufen sind oft entscheidend. In vielen Fällen kann durch schnelles und gezieltes Handeln das Tier zeitnah gesichert werden. Der Berater/die Beraterin unterstützt und erklärt, was getan werden kann und muss, sowie Dinge, die vermieden werden sollten.
Je genauer unsere Ratschläge umgesetzt werden, um so größer die Chance auf einen erfolgreichen Ausgang.
Ein Suchhundeeinsatz ist übrigens nur in wenigen Fällen das richtige Mittel. Wenn etwa ein Hund oder eine Katze gerade erst entlaufen ist oder sich vermeintlich noch in der näheren Umgebung aufhält, wäre ein Suchhundeeinsatz u.U. sogar fahrlässig, weil das entlaufene Tier durch den Suchhund aus dem Nahbereich getrieben werden könnte und damit möglicherweise auf befahrene Straßen oder Schienen. Daher kommen häufig zunächst andere Maßnahmen infrage, die darauf abzielen, das entlaufene Tier nach Hause oder zurück zum Ort des Entlaufens zu führen.


Leider lässt sich nicht jedes entlaufene Tier in kurzer Zeit sichern. Manchmal ist Durchhaltevermögen gefragt - mitunter sogar über mehrere Wochen. Dabei bedarf es häufig auch Hinweisen aus der Öffentlichkeit. Öffentlichkeitsarbeit durch Verlustmeldungen, etwa bei Tasso oder Findefix, über Social Media, aber vor allem auch durch Flyer in der direkten Umgebung ist in solchen Fällen besonders wichtig.
In der ganzen Zeit bleibt jemand vom Berater-Team immer erreichbar und hilft dabei, die eingehenden Meldungen einzuordnen und die passenden Maßnahmen zu ergreifen. Sichtungsmeldungen werden in Fallkarten gesammelt, wodurch sich ggfs. Bewegungsmuster erkennen lassen.
Ergeben sich schließlich Hinweise über Aufenthaltsort oder Laufrichtung des Tieres, leitet der/die Notfall-Berater*in mit unseren anderen Teams passende Maßnahmen ein.
Es kann z.B. versucht werden, an einem dafür geeigneten Ort eine Futterstelle einzurichten, damit das Tier hier zur Ruhe kommen und in der Folge kontrolliert gesichert werden kann. Das alles braucht mitunter viel Geduld und Ausdauer, aber unsere Erfahrung hat uns gelehrt: Niemals aufgeben!
Suchhunde-Team (SHT)
Unsere SHTs kommen immer dann zum Einsatz, wenn es keine Hinweise zum Verbleib des gesuchten Tieres gibt. Sie können uns z.B. zeigen, ob ein Tier an einem bestimmten Ort gewesen ist, ob es einen Ort überhaupt verlassen hat und falls ja, in welche Richtung. Dabei gilt es jedoch immer abzuwägen, ob ein Suchhundeeinsatz sinnvoll und zielführend ist, vor allem, wenn die Gefahr besteht, dass das gesuchte Tier durch den Suchhund aufgeschreckt und abgedrängt wird und dadurch vielleicht sogar zu einer Gefahr für sich selbst, aber auch für unbeteiligte Verkehrsteilnehmer werden könnte. Das Einsatzziel der SHTs ist das Aufklären und Finden. Einfangen oder gar nach Hause treiben können sie das Tier jedoch nicht.
Unsere SHTs durchlaufen eine mehrjährige Ausbildung und werden gezielt auf alle denkbaren Einsatzszenarien vorbereitet. Damit ein Suchhund die Spur eines gesuchten Tieres aufnehmen kann, benötigt er einen GA (Geruchsartikel). Mit diesem GA steht oder fällt der Einsatz - gibt es keinen verwendbaren GA, kann der Suchhund nicht arbeiten. Der GA sollte daher möglichst zeitnah nach dem Entlaufen eines Tieres gesichert werden, damit Kontaminationen mit anderen Gerüchen möglichst vermieden werden. An dieser Stelle ein Tipp: Wer für den Notfall vorbereitet sein möchte, kann sich einen GA von seinem Haustier präparieren und aufbewahren. Wie das geht, erfahren Sie hier.


Suchgruppenhelfer (SGH)
Ein Suchhunde-Einsatzteam besteht i.d.R. aus min. zwei SHTs sowie einem Suchgruppenhelfer (SGH). Der SGH hat die Aufgabe, die SHTs zu unterstützen und abzusichern. Er muss den Überblick behalten, vor Gefahren warnen und ist das “offene Ohr” für die Hundeführer, damit diese sich voll auf die Arbeit mit ihrem Hund konzentrieren können. Dazu liefert er den technischen Support, zeichnet Strecken auf, filmt ggfs. den Einsatz und hält die Verbindung zum Backoffice, wo die Daten gesammelt und ausgewertet werden.
In einigen Fällen kommen für die Aufklärung von Flächen und Gräben auch Drohnen zum Einsatz, häufig in Kooperation mit den Drohnenpiloten des Kitzrettung Hüttener Berge e.V..
Fallen-Team
Viele Tiere lassen sich nach dem Entlaufen leider nicht einfach von Hand einfangen. Aus unterschiedlichsten Gründen trauen sie den Menschen nicht, bleiben vorsichtig und auf Abstand oder flüchten direkt - teilweise kilometerweit. In solchen Fällen ist es am sinnvollsten, sie in Ruhe zu lassen und ihnen an einem geeigneten Ort eine Futterstelle anzubieten, an der sie zur Ruhe kommen können. Auch noch so gut gemeinte Anlock- und Einfangversuche bewirken in dieser Situation meist genau das Gegenteil und sorgen dafür, dass die Tiere wachsam und in Bewegung bleiben.
Ist es gelungen, das gesuchte Tier an einem geeigneten Ort anzufüttern, kann unser Team Lebendfalle in Aktion treten. Diese Truppe ist schon etwas Besonderes, denn wer Teil unseres Fallenteams werden möchte, muss sowohl die Technik bedienen als auch im Umgang mit den Tieren erfahren und souverän sein, um diese letztlich aus der Falle sichern zu können. Außerdem muss er noch etwas können, nämlich warten! Im Auto. Manchmal die ganze Nacht. Denn nicht selten kommen unsere “Kunden” erst im Morgengrauen, manchmal auch gar nicht oder erst Tage später. In der Regel haben wir aber Glück und sind in der ersten Nacht der Fallenstellung erfolgreich.
Alle unsere Lebendfallen verfügen zwar über eine Fernabschaltung und werden von uns mit Kameras überwacht, wenn die Falle scharf geschaltet wird, bleiben wir jedoch stets vor Ort und warten in ausreichender Entfernung, um sofort reagieren zu können.


Wir verfügen über Lebendfallen für Hunde und Katzen in verschiedenen Größen. Für besondere Fälle steht sogar eine große Gehegefalle mit einer Grundfläche von 20m² zur Verfügung. Diese wird vor Ort aus über 40 Einzelteilen zusammengesetzt und wiegt insgesamt eine halbe Tonne.
Ob ein Einsatz gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Erfahrung spielt auch hier eine wichtige Rolle, denn natürlich kommt es immer darauf an, dass die Tiere nicht zu früh erkennen, was hier passiert. Nicht selten werden wir beim Aufbau bereits heimlich von unserer Kundschaft beobachtet. Der Aufbau darf also keine Angst machen, muss ruhig und schnell vonstattengehen. Wenn möglich, soll das, was wir da tun, sogar interessant sein und vielleicht neugierig machen.
Gelingt der Einsatz, bekommen die Tiere - wenn möglich - noch in der Falle ein passendes Sicherheitsgeschirr angelegt und werden dann in eine Transportbox umgeladen. Auch das muss kontrolliert und sicher ablaufen, denn nochmals entwischen dürfen die Tiere nicht. Ein zweites Mal gehen nämlich nur die wenigsten in die Falle.
Dieses Team wäre natürlich nichts ohne die funktionierende Technik. Um die Wartung und Instandsetzung der Fallen und allem, was dazu gehört, kümmert sich Jens, unser Schweizer Taschenmesser, wenn es um Technik und Mechanik geht. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für unzählige Stunden in der Werkstatt!
Wir werden oft gefragt, warum wir entlaufene Tiere in solchen Situationen nicht einfach betäuben würden. Wir haben dazu eine klare Meinung: Der Versuch einer Betäubung birgt unkalkulierbare Risiken. Egal ob mit Köder oder Betäubungspfeil: Die Dosierung ist sehr schwierig zu berechnen. Einige Tiere sind bereits seit Tagen oder Wochen unterwegs, haben Entbehrungen hinter sich, stehen unter Adrenalin. Wer schon mal versucht hat, auf eine Entfernung von wenigen Metern das Gewicht eines Hundes mit zotteligem Fell zu schätzen, weiß was wir meinen.
Ein getroffener Hund fällt zudem nicht direkt um. Er wird erstmal laufen, teilweise noch kilometerweit und dabei unkontrolliert und eventuell schon stark beeinträchtigt sein, befahrene Straßen überqueren und sich und andere dabei möglicherweise in Gefahr bringen. Das bedeutet, für eine Betäubung ist es nicht mit „dem Treffen“ an sich getan, es muss ein großes Team bereitstehen, dass den Hund nicht aus den Augen verliert und Suchhunde müssen bereitstehen, die das entlaufene Tier finden können. Eine zu starke Betäubung kann für den Hund zudem tödlich sein, besonders dann, wenn er nicht gleich gefunden wird.
Nein, nicht mit uns. Da schlagen wir uns lieber die Nächte um die Ohren.
